Der Psychologische Dienst setzt sich aus DiplompsycholgInnen mit unterschiedlichen Qualifikationen zusammen, die ziel- und lösungsorientiert, sowie systemisch arbeiten. Die Tätigkeit des psychologischen Dienstes umfasst folgende Bereiche:

  • Elterncoaching und Elternberatung

Von Beginn der Maßnahme an kann jede Familie bei Bedarf eine PsychologIn zur Seite gestellt bekommen, die unterstützend, beratend und vermittelnd Elterngespräche anbietet.

Die Eltern, bzw. die jeweilige Bindungspersonen erhalten mindestens einmal monatlich, meist im Beisein des jeweiligen Mentors, eine Supervision, in der die Entwicklung der Maßnahme, sowie die einzelnen Arbeitsschritte und Vorgehensweisen des Mentors des Jugendlichen erläutert und reflektiert werden. Parallel dazu werden psychologische Aspekte vermittelt, um insgesamt einen breiteren Entwicklungsfortschritt zu garantieren. Zuvor liegt ein Großteil der Arbeit darin, die Eltern für effektive Elterngespräche zu gewinnen. Dazu muss ein Rapport (guter Draht) hergestellt werden, denn es gilt die Eltern da abzuholen, wo sie stehen, mit all ihren Zweifeln, Ängsten und ihrer Skepsis und es dadurch zu erreichen, sie für die gemeinsame Arbeit zu gewinnen. Je offener, ehrlicher und vertrauensvoller die Gespräche ablaufen, desto effektiver gestaltet sich die Elternarbeit, was sich auf die Gesamtmaßnahme positiv auswirkt.

Auf die Bedürfnisse der Eltern ausgerichtet, werden unterschiedlichste psychologische Methoden, wie Rollenspiele, Arbeit mit der Videokamera, Familienaufstellungen, NLP, etc., angewendet, um neue Sichtweisen, aber auch neue Verhaltensweisen zu vermitteln. Die Eltern haben dann die Aufgabe, die neu erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse in der darauffolgenden Zeit umzusetzen. In einem nächsten Treffen werden die Entwicklungsfortschritte oder Misserfolge reflektiert und Erziehungskompetenzen somit differenzierter weiterentwickelt.

Oftmals gibt es Einzelgespräche mit jeweils einem Elternteil und vertiefende psychologische Interventionen, um beispielsweise die gesonderte Stabilisierung der Mutter zu erreichen, oder vorhandene Blockaden zu lösen. Es werden spielerisch Inhalte der Kurzzeittherapie integriert. Diese bewirken oft große Entwicklungsfortschritte bei den Eltern – sie können konsequenter sein, sich auf neue Herangehensweisen einlassen und fühlen sich im Umgang mit ihren Kindern sicherer und stärker.

  • Einzelsupervision der Jugendlichen

Ebenfalls unterstütz der psychologische Dienst bei Bedarf das Kind oder den Jugendlichen in zusätzlichen Gesprächen, um auch hier weitere psychologische Impulse zu setzten, zwischen Kind und Eltern zu vermitteln und die Entwicklung voranzutreiben. Die Mentoren sind bei Bedarf unterstützend beteiligt.

  • Diagnostik

Um eine Überforderung der Kinder und Jugendlichen, sowie der Gesamtfamilie auszuschließen, bietet der Psychologische Dienst eine komplexe, mehrdimensionale und entwicklungsbezogene Diagnostik. Dazu werden psychodynamische, entwicklungs-psychologische, klinische und systemische Perspektiven verbunden, um die Jugendlichen in ihrem Erleben wahrzunehmen und davon ausgehend zu fördern. Durch Psychoedukation der Ergebnisse kann problematisches Verhalten nachvollzogen und verstanden werden, was häufig die familiäre Situation entspannt und neue Perspektiven öffnet.

  • Fallsupervision und Einzelsupervision

Des Weiteren unterstützen die PsychologInnen die wöchentlich stattfindenden Teamsitzungen von jeweils fünf bis sechs PädagogInnen. Hier wird fallbezogen die Entwicklung der Maßnahmen, sowie die Vorgehensweise der Mentoren reflektiert und psychologische Sichtweisen bzw. Erklärungsansätze vermittelt. Auch das Einbringen diagnostischer Ergebnisse beeinflusst die weitere Vorgehensweise der Betreuer maßgeblich.

Ebenfalls steht der psychologische Dienst einzelnen, meist neuen MitarbeiterInnen zur Einzelsupervision zur Verfügung. Hier werden individuelle Persönlichkeitsanteile beleuchtet, reflektiert und gegebenenfalls weiterentwickelt – beispielsweise eigene Ängste, bestehende Wahrnehmungsfilter, Umgang mit Nähe und Distanz.

  • PsychologInnen Team

Einmal monatlich finden Fachsupervisionen innerhalb des Psychologischen Dienstes statt. Hier behandeln die PsychologInnen zusätzlich schwierige Fragestellungen in der Elternarbeit und erarbeiten erfolgsversprechende Vorgehensweisen. Diese Inhalte werden in den nächsten Elterngesprächen angewendet.

  • Austausch zwischen pädagogischer und psychologischer Leitung

Halbjährlich findet im Rahmen der Qualitätssicherung ein Austausch zwischen der pädagogischen und der psychologischen Leitung statt, in der die PsychologInnen über die aktuelle Arbeitssituation informiert, sowie in die Verteilung neuer Familien einbezogen wird.

  • Interne Fortbildungen

Einrichtungsübergreifend vermitteln die PsychologInnen Inhalte ihrer jeweiligen therapeutischen Zusatzqualifikation:

NLP – Kommunikationsgrundlagen, Timelinearbeit, Zielearbeit, Rollenspiele, Familientherapeutische Interventionen, Systemische Aufstellung

  • Zusammenarbeit mit dem Jugendamt

Bei Bedarf meldet die PsychologIn der SachbearbeiterIn des Jugendamtes fallspezifische psychologische Aspekte der Familie zurück, die bei einer weiteren Hilfeplanung hilfreich sind. Außerdem nimmt die PsychologIn am jeweiligen Hilfeplangespräch teil, um einzelne Familienmitglieder zu unterstützen und die individuellen Anliegen klar zu beschreiben.